Getraut wurden die beiden kirchlich in Bonn, in einer Gemeinde, in der Paar und Familie zu Hause sind. Das merkt man einer Trauung an. Viele der Gäste kannten sich, es waren auffällig viele Kinder dabei und eingebunden, und genau das gibt so einem Hochzeitsgottesdienst einen Ton, den man nicht oft erlebt. Ich mag diese Hochzeiten sehr.
Es war eine klassische kirchliche Trauung, aber mit zwei Dingen, die sie heraushoben: Ein Frauenchor hat gesungen, und die Mutter der Braut hat selbst am Klavier begleitet. Wer schon einmal erlebt hat, wie es ist, wenn ein Elternteil bei der eigenen Trauung spielt oder singt, weiß, wie besonders die Stimmung dadurch wird.
Claras Brautstrauß war kräftig und bunt, und die gesamte Blumendeko des Tages war so gehalten. Das sieht man inzwischen selten, die meisten Paare gehen ins Zarte und Reduzierte. Zu einem Sommertag passt das Bunte aber ausgesprochen gut, und auf den Bildern trägt es den sommerlichen Look.
Nach dem Gottesdienst gab es einen Sektempfang direkt auf dem Kirchenvorplatz. Der Platz ist dafür wie gemacht: ein großer alter Baum, Wiese ringsum, dazu Tische zum Sitzen. Eine kleine Jazzkombo hat gespielt, der Kuchen wurde angeschnitten, es gab Snacks und kalte Getränke, und weil der Tag angenehm temperiert blieb, saßen alle einfach draußen. Es hatte etwas von einem kleinen Sommerfest.
Gefeiert wurde danach im Katholisch-Sozialen Institut in Siegburg, oben auf dem Michaelsberg, in der ehemaligen Abtei. Dazu gehört ein Hinweis, den viele nicht auf dem Schirm haben: Das Haus ist im Normalbetrieb ein Tagungs- und Fortbildungszentrum. Hochzeiten sind dort nur an bestimmten Tagen im Jahr möglich. Wer einen dieser Termine bekommt, hat also nicht einfach gebucht, sondern Glück gehabt – und das macht den Ort noch ein Stück besonderer.
Während die Gäste nach und nach ankamen, bin ich mit Anton und Clara in den Rosengarten gegangen. Der ist außergewöhnlich gepflegt und sieht aus wie aus einem Bilderbuch, ein Fotospot, wie man ihn selten direkt vor der Tür hat. Danach ging es für uns in den Innenhof: die Umgebung eines alten Klosters, ein weiter Hof, eine alte Treppe, die genau das tut, was Treppen auf Hochzeitsbildern tun sollen.
Nach dem Brautpaarshooting ging es dann auf die Dachterrasse des Neubaus, dieses Mal mit Livemusik von „jazz-hoch-drei“. Von dort schaut man weit über Siegburg und Sankt Augustin, und obwohl es bewölkt war, war es ein perfekter lauer Sommerabend. Im Anschluss gab es beim Hochzeits-Dinner große, runde Tische mit der bunten Blumendeko vom Morgen, noch einmal Livemusik und ein aufwendiges, sehr hochwertiges Buffet. Danach wurde bis spät in die Nacht gefeiert.
Liebe Clara, lieber Anton: ganz herzlichen Dank für euer Vertrauen in meine fotografische Begleitung. Es war ein wunderbarer Tag.