Der Hochzeitstag von Denise und Tobi startete bereits am frühen Vormittag. Ich war als Erstes mit Tobi und seinem Trauzeugen an der Niederpleiser Mühle in Sankt Augustin, eine ganze Zeit, bevor irgendjemand sonst da war. Es war wirklich kalt und grau, und immer wieder setzte leichter Nieselregen ein. Zusätzlich zu der Kälte war die Aufregung bei Tobi deutlich spürbar. Beides in Kombination hat diese Zeit vor dem First Look besonders gemacht: woher das leichte Zittern kam, ließ sich nicht mehr genau sagen.
Dann kam Denise. Der First Look hinter der Mühle gehört zu den Momenten, für die ich diesen Job liebe. Es war bitterkalt, und trotzdem hat keiner von beiden gefroren, jedenfalls nicht in den Minuten des ersten Aufeinandertreffens. In solchen Momenten wird die Temperatur zur absoluten Nebensache, und die beiden hatten nur Augen für sich. Nach ein paar Minuten zu zweit haben wir noch Bilder auf dem Weg und an der kleinen Brücke gemacht, bevor es dann vor die Mühle ging und die Gäste empfangen wurden.
Vorab gibt es in der Mühle immer eine kleine Geschichtsstunde am Mühlstein. Wenn genug Wasser da ist, dürfen die Paare das Mühlrad selbst anwerfen. Denise und Tobi durften. Was es damit auf sich hat, steht ausführlich im Guide zur Niederpleiser Mühle.
Die Trauung selbst war klein, ruhig und romantisch. Eine Sache daran gehört aber erzählt, weil sie erklärt, warum ich an dem Tag überhaupt dabei war. Tobis Trauzeuge ist Daniel, und Daniel hat 2023 selbst geheiratet, im selben Trauzimmer. Damals war Tobi sein Trauzeuge, und ich habe Finja und Daniel fotografiert. Den beiden haben die Bilder so gut gefallen, dass sie mich für ihren eigenen Tag angefragt haben. Nach dem Ringtausch stand ich also mit demselben Trauzeugen im selben Raum, nur mit vertauschten Rollen.
Draußen wurde es dann laut und bunt. Denise war Solomariechen bei der Ehrengarde Sankt Augustin-Hangelar und unterrichtet dort die jüngere Generation im Gardetanz. Entsprechend viele Gardisten standen in Uniform Spalier, und aus einer Trauung mit achtzehn Gästen wurde für ein paar Minuten ein Auftritt vor Dutzenden Menschen. Die Freude darüber war beiden anzusehen.
Im Anschluss wurde im Hotel Hammermühle gefeiert. Der Saal war wunderschön dekoriert: drei sehr lange gedeckte Tafeln, schwere Kerzenleuchter darüber, dazu ein kleiner Candybar-Wagen. Bevor die Gäste kamen, haben wir den leeren Raum für ein kurzes Paarshooting genutzt. Ein leerer, gedeckter Saal ist eine der besten Kulissen, die man an einem Hochzeitstag in der Location selbst bekommen kann.
Der Empfang lief draußen im Zelt, mit Heizstrahlern, Sekt, Glühwein und Punsch. Zur kalten Jahreszeit passte das besser als alles andere. Zwischendurch sind wir zu dritt für fünf Minuten verschwunden: Es gibt dort einen kleinen See mit einer Brücke, und die zwei, drei Bilder von dort gehören zu meinen liebsten des Tages.
Dann kam der Teil, den die beiden bewusst vorgezogen hatten. Statt den Eröffnungstanz erst spät am Abend zu tanzen, sind alle Gäste vom Zelt direkt in den Saal gegangen und haben sich im Halbkreis aufgestellt. Denise und Tobi kamen herein und hatten ihren Auftritt. Bei einem Paar, bei dem eine Hälfte vom Tanzen kommt, war das definitiv keine Pflichtübung, sondern ein richtiger durchchoreografierter Showact.
Danach kamen Gruppenbilder in allen Konstellationen. Dann eine Überraschung: Junge Tänzerinnen und Tänzer der Ehrengarde zeigten einen Gardetanz für das Paar. Die Freude über diese Tanzeinlage war nicht nur bei Denise und Tobi groß.
Es folgte ein reichhaltiges Buffet und vor dem Nachtisch noch zwei Reden. Erst Tobis Eltern, danach beide Trauzeugen, und in beiden Fällen wurde es emotional, kein Auge blieb trocken.
Der Abend endete mit zwei kleinen Hochzeitsspielen, einigen Kaltgetränken und einer wilden Party.
Liebe Denise, lieber Tobi: danke für diese zwölf Stunden und eure wunderbare Gastfreundschaft an diesem Tag.