Jedes Paar fragt mich das, fast jedes fragt es entschuldigend, als wäre es eine dumme Frage. Ist sie nicht, ganz im Gegenteil. In dieser Region regnet es an gut jedem dritten Tag im Jahr, und wer im April oder im Oktober heiratet, sollte sich die Antwort vorher überlegen statt am Morgen des Hochzeitstags. Doch nicht nur außerhalb der Hauptsaison besteht die Gefahr eines verregneten Tages, sondern auch zwischen zwei sonnigen 35-Grad-Tagen kann es den ein oder anderen Schauer geben.
Die Antwort lautet nicht „Regen ist kein Problem“. Das sagen alle Fotografen, und es hilft niemandem. Stattdessen gebe ich euch Tipps mit, wie ihr bei Regen trotzdem entspannt heiraten könnt und welche Möglichkeiten es gibt, um den Regen für schöne Fotos zu nutzen.
Der April macht, was er will – auch an eurem Hochzeitstag
Es gibt vieles, was ihr bei der Planung eures besonderen Tages beeinflussen könnt: Ort und Zeit, Dekoration, wer eingeladen ist, wer eure Fotos schießt oder wer den Brautstrauß bindet. Aber auf eins hat niemand einen Einfluss: das Wetter. Und gerade in der Nebensaison von Oktober bis April ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass ihr anstelle von strahlendem Sonnenschein einen grauen und verregneten Tag erwischt.
Die verschiedenen Vorteile, die es hat, in der Nebensaison zu heiraten, bringen den großen Nachteil eines unbeständigen Wetters mit sich. So hat es zum Beispiel bei der standesamtlichen Hochzeit von Vanessa und Daniel im April in der Niederpleiser Mühle eigentlich fast durchgehend geregnet. Und bei Denise und Tobi war es im Februar neben einigen Schauern auch noch wirklich kalt.
Aber auch die Hauptsaison ist keine Garantie. Bei Lena und Flo zog im August mitten in der Sommerstimmung ein Schauer durch. Kurz darauf, beim Paarshooting an der Wahnbachtalsperre, kam die Sonne pünktlich wieder heraus. Genau das ist der Punkt: Wetter ist nicht planbar, der Umgang damit schon.
Was ich an diesen Tagen gelernt habe? Der Regen oder die Temperatur entscheiden nicht über die Stimmung oder die Fotos, sondern das Paar und eine gute Planung tun es. Wer außerhalb der Hauptsaison heiratet, muss das ein oder andere zusätzlich beachten, damit am Hochzeitstag alles glatt läuft, unabhängig vom Wetter.
Was ihr konkret vorbereiten solltet
Im Großen und Ganzen solltet ihr eure Pläne für den Tag um die drei folgenden Punkte erweitern.
Ein oder zwei überdachte Orte. Damit es am Hochzeitstag selbst nicht heißt „wir machen die Fotos irgendwo drinnen“, schaut euch im Vorfeld ein bis zwei konkrete Orte oder Stellen an, an denen Fotos auch bei Regen machbar sind. Solche Orte finden sich meistens irgendwo in direkter Nähe zur Trau- oder Feier-Location: ein Torbogen, eine Arkade, ein Innenhof mit Dach, ein heller Raum mit großem Fenster. Sagt mir gerne vorher Bescheid, welche Orte ihr im Auge habt, dann schauen wir sie uns noch einmal gemeinsam auf Fototauglichkeit an und planen sie in euren Tagesablauf mit ein. Und für viele Locations hier in Sankt Augustin, Köln, Bonn, Siegburg oder an vielen anderen Ecken im Rhein-Sieg-Kreis kenne ich bereits schöne Stellen, an die wir bei Regen ausweichen können.
Durchsichtige Regenschirme. Schon so oft ein kleiner Lebensretter am Tag selbst gewesen und für einmalige Fotos gesorgt: ein großer, durchsichtiger Regenschirm. Der einzige Posten auf der ganzen Liste, der Geld kostet, der es aber auf jeden Fall wert ist. Der Vorteil: bunte oder dunkle Schirme werfen einen Farbstich auf eure Gesichter, transparente Regenschirme lassen dagegen jede Menge Licht durch und es entstehen tolle und stimmungsvolle Bilder, auch bei direktem Regen. Die perfekte Alternative, wenn ihr trotz Regen an einer ganz bestimmten Stelle Fotos machen wollt, auch wenn diese nicht überdacht ist. Und das Beste: falls ihr euch keinen Schirm anschaffen wollt, habe ich bei entsprechendem Wetter natürlich immer einen dabei.
Ein Zeitfenster statt einer fixen Uhrzeit. Grundsätzlich finde ich, dass der Tagesablauf einer Hochzeit immer mit ein bisschen Puffer arbeiten sollte. Aber gerade bei Hochzeiten an potenziellen Regentagen ist es besonders wichtig, dass ihr genug Raum für die verschiedenen Punkte einplant. Wenn im Ablauf steht „15:00 Paarshooting“, kann das bei Regen ein Problem sein. Wenn aber stattdessen dort steht „Paarshooting zwischen 14:30 und 16:00, wir nehmen die beste halbe Stunde“, ist das Problem schon deutlich kleiner geworden und nimmt euch einiges an Stress aus dem Tag.
Was ihr dagegen nicht braucht: einen kompletten Ersatzablauf, Gummistiefel für die Braut (außer ihr wollt sie bewusst in die Bilder einbauen) und Panik ab der Zehn-Tage-Vorhersage. Die ist für einen einzelnen Nachmittag ohnehin nicht belastbar.
Überdachte Spots, die ich in der Region kenne
Da ich bereits einige Hochzeiten an Regentagen begleitet habe und mich auch immer an jeder Location nach schönen überdachten Spots umschaue, habe ich hier ein paar konkrete Möglichkeiten für schöne Hochzeitsfotos an Regentagen.
Altstadt Köln. Ihr heiratet in der Rentkammer, im Weißen Saal oder in einer der zahlreichen Kirchen in der Kölner Altstadt? Perfekt, dann gibt es direkt vor Ort mehrere Möglichkeiten, bei Regen schöne Fotos zu bekommen. Der U-Bahnhof direkt am Historischen Rathaus ist eine echte Option: klare Linien, gleichmäßiges Licht, komplett trocken. Die kleinen Hauseingänge und Durchgänge in den engen Gassen der Altstadt bieten ebenfalls immer einen guten Platz. Und manchmal ist es auch möglich, im großen Foyer des Rathauses ein paar schöne Bilder zu machen. Einige dieser Spots sind so schön, dass ich dort auch manchmal trotz Sonnenschein fotografiere.
Sankt Augustin. Hier bin ich bei Regen vor allem gerne bei den Steyler Missionaren. Im Kloster, das von der Niederpleiser Mühle nur sieben Minuten mit dem Auto entfernt ist, gibt es schöne überdachte Möglichkeiten, die bei Regen wunderschöne Fotos ermöglichen.
Troisdorf. Der Torbogen der Burg Wissem rahmt den Weg vom Trauzimmer nach draußen und hält dabei den Regen ab.
Siegburg. Verschiedene Ecken am KSI auf dem Michaelsberg bieten tolle Fotospots, die vor Regen geschützt sind.
Und wenn es den ganzen Tag schüttet?
Dann bekommt ihr eine Hochzeit im Regen, und die sieht anders aus als eine in der Sonne. Nicht schlechter. Ich habe noch kein Paar erlebt, das sich die Bilder später angesehen und über das Wetter geredet hätte. Geredet wird über die Menschen darauf.
Was ich immer als Alternative anbiete: Sollte es an dem Tag so stark regnen, dass sich kein guter Platz für schöne Paarfotos findet, oder solltet ihr mit Paarfotos im Regen einfach nicht glücklich werden, dann machen wir aus dem Paarshooting ein schönes After-Wedding-Shooting an einem Tag eurer Wahl. Ihr seht also, es gibt immer eine Möglichkeit, mit Regen am Hochzeitstag umzugehen.
Wenn ihr euren Tag gerade plant und unsicher seid, wie viel Puffer sinnvoll ist, oder ihr lieber direkt fragt: schreibt mir.